Hör doch mal

Jemanden Zuhören, halte ich für eine gute Idee. Für eine positive Eigenschaft und ich halte dies sogar für so wichtig, das ich versuche jedem Menschen zuzuhören, ja, manchmal ermahne ich mich sogar, wenn ich gerade nicht möchte oder unaufmerksam werde, doch mal zu zuhören. Zuhören ist für mich eine Tugend die wichtig in meinem Weltbild ist.

Zuhören ist toll, denn es hilft in vielen Situationen:

Mit zuhören erfahre ich von den Ängsten des Gegenüber. Welches Leid jemand erträgt und welche Probleme dieser hat. Nur so kann ich helfen.

Mit zuhören erlerne ich neue Sichtweisen des Lebens und es eröffnet mir somit neue Türen, neue Möglichkeiten Dinge anderes zu sehen, Gelerntes zu überdenken und kann diese dankbar annehmen.

Mit zuhören kann ich Informationen sammeln, filtern, aussortieren, Gedanken spielen lassen und wichtiges von unwichtigem trennen.

Mit zuhören erfahre von Problemen die es bei einer Tätigkeit gibt und ich kann wiederum Fragen stellen, über das gehörte Nachdenken und Lösungen finden.

Zuhören ist aber auch anstrengend. Es kostet Zeit und Kraft. Es bedarf Geduld und Ausdauer Menschen zuzuhören, die oft nur reden wollen oder nur ihre Meinung für richtig halten.

Das Problem: Zuzuhören bedeutet auch etwas zuzulassen. Das Gehörte in das Gehirn zu lassen. Aufzunehmen in den eigenen Kopf. Auch wenn man die andere Person nicht mag, die gehörte Meinung nicht vertritt oder gerade keine Kraft hat.

Vorhang, Themenwechsel: Ich habe letztes Jahr eine wichtiges Werkzeug verloren um gut zuzuhören. Es ist mir jetzt erst, heute, nach einem Jahr und der heutigen Nacht bewusst geworden, das mein Wunsch, meiner Eigenschaft der ich nach strebe, dem Zuhören-Wollen, seit einem Jahr etwas fehlt: Das Gehör auf einem Ohr.

Ich sitze bei der Arbeit auf der linken Seite des Raumes, meine rechte Seite ist dem Raum zugewandt, also der Seite, wo die Menschen stehen, wenn sie zu mir kommen und ich ihnen Zuhöre. Ist es Zufall, das mein rechtes Ohr ausgefallen ist?

 

Smirc

 

2 Gedanken zu „Hör doch mal

  1. Danke für diesen Blog. Interessant und lesenswert. Ich (45) bin ebenfalls wie du betroffen (seit 15 Jahren) und kann nur jeden Satz von dir unterstreichen. Gut wir hören nicht mehr gut. Aber manchmal hat das auch Vorteile. Schneicht jemand, lege ich mich auf mein gesundes Ohr und Ruhe ist. 😉
    Und mein Leben lebe ich sehr viel intensiver als früher.

    Ich wünsche dir weiterhin viel Kraft und
    gute Gedanken.
    Ich möchte noch erwähnen, daß es einen tollen Verein gibt für Betroffene. (VAN) Einfach mal googeln ….

    1. Hi Gela, danke für Dein Feedback. Das mit dem „auf dem gesunden Ohr“ ruhen haben, mach ich auch. 🙂

      Dank dir und dir auch viel Kraft.
      Sebastian

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