Dämonen und der innere Frieden

Ja, ja. Je älter man wird, um so bekloppter wird man auch. In den jetzigen Jahren beschäftige ich mich mit Themen, die hätte ich als 20 oder 30 jähriger nie angefasst: Der innere Frieden.

Früher war es eine Unruhe, eine Unzufriedenheit, eine Wut und Ungeduld. Heute weiß ich, das ich die Schuld für mein Handeln nicht bei anderen suchen muss, sondern bei sich selbst. Das auch man selbst für sich selbst verantwortlich ist, um Frieden zu finden. Nicht die Liebe des Partner, eigene Kinder, der letzte kommerzielle Erwerb, das geile Musikstück, der super Strandurlaub an exotischen Orten, die neuste verdrehte Sexpraktik oder ein neuer Highscore beim Headshot-Festival auf der Console wird mir frieden geben!

Das hat alles nichts gebracht und wird es auch nicht bringen. Der innere Frieden ist in sich selbst zu finden und nichts ist von außen nötig. Man braucht nur sich und einen aufgeschlossenen Geist.

Und somit meine Top-Ten der Regeln, die mir jeden Tag helfen einen Schritt weiter zu kommen:

  • Niemanden kritisieren: Es steht mir nicht zu jemanden zu kritisieren. Derjenige der mir das mal in einem Nebensatz gesagt hat, lebt heute leider nicht mehr, aber ich bin sehr dankbar, das ich ihn erleben durfte. Ja. Nicht kritisieren bedeutet auch, in Gesprächen in den es um unterschiedlicher Meinung geht, eine völlig andere Rolle einzunehmen. Kritik bringt nichts und schafft nur Kluften. Viele Menschen reagieren sauer, aggressiv oder abweisend auf Kritik oder sie sind generell Kritik-Resistenz. Kritik schafft keinen Frieden.
  • Ich kümmere mich um meinen Garten. Danke Kai für das Buch „Die sieben Wege zur Effektivität“ in dem ein schönes Model mit Kreisen beschrieben wurde. Nur das was ich direkt beeinflussen kann, sollte mich kümmern (der innere Kreis). Umso weiter Personen oder Dinge weg von diesem (meinem) Kreis stehen, umso weniger Einfluss habe ich darauf. Warum sollte ich mich also darum kümmern? Was interessiert der Reissack in fremden Länder, wenn der mal umfällt? Heute gibt es viele dieser Reissäcke und die Medien und Nachrichten gaukeln uns vor, das alle diese Säcke wichtig seien. Sind sie nicht. Im Buch „Die 4 Stunden Woche“ wurde das Thema sogar aus einem anderen Blickwinkel betrachtet: Diese Reissäcke sind Zeitfresser. Reines Entertainment und bremsen einem im erreichen seiner Ziele. Ein bisschen Scheißegal hat noch niemandem geschadet, wenn um die Themen anderer Leute geht.
  • Sei Demütig: Nachgeben, Zuhören und nicht seinen Dickschädel durchsetzen heißt es übersetzt bei mir. Mehr Bescheidenheit und mein eigenes Ego mal runter schrauben. Ich habe vielen Menschen sehr große Schwierigkeiten bereitet und das ist nicht gut.
  • Vergeben und Vergessen: Oh ja. Wie lange halte ich mich mit der Vergangenheit auf. Vergangenheit wird, um so älter ich werde, merkwürdigerweise immer wichtiger. Was ist in der Kindheit alles schief gelaufen? Welche Chanen habe ich verpasst? Was habe ich in der Erziehung meines Sohnes falsch gemacht? Was für schlimme Dinge sind mir widerfahren? Vergeben und dann vergessen!
  • Keinen Neid zeigen: Oft wurde ich getrieben von dem Gedanken, was die anderen so dolles geleistet habe. Ich war neidisch und wollte es auch. Ein größeres Haus, Auto, Geld und anderer Scheiß. Alles unwichtig. Das bringt zu nix. Ich versuche mein eigener Held zu sein.
  • Nicht lügen: Oh ja. Ich kann so schlecht lügen. Jeder erkennt es wenn ich es tue und ich verstricke mich selbst in meiner Lügengeschichte. Nein. Das klappt nicht. Lügen ist wie stehlen. Ich fühle mich total schlecht, wenn ich gelogen habe.
  • Ich akzeptiere es so wie es ist: Akzeptiere es so wie es ist. Nicht tolerieren(!), sondern annehmen und damit leben. Der Autofahrer vor mir der beschissen fährt, das schlechte Wetter, der Streit mit der Freundin, das viel zu geringe Gehalt das man erhält, die idiotischen Politiker oder der schlecht gelaunte Chef. All das nicht tolerieren, sondern akzeptieren. Ich lebe damit.
  • Ich zeige Verantwortung für das was tue: Und was ist, wenn ich mal Mist baue? Die Schuld bei anderen suchen und gut dastehen? Das wäre eine Lüge und das kann ich nicht. Es hat einen enormen Effekt, wenn man eine Schuld zugibt und dafür steht. Egal was die anderen sagen. Ich meine was in einem selbst passiert.
  • Die Bedürfnisse reduzieren: Ich war mal auf dem „The Cult of Less„-Trip und wollte das voll durch ziehen. Extrem zu werden ist aber keine Lösung, so das ich meinen Konsum eingeschränkt habe und ungenutzte Dinge nach und nach verkauft habe. Viele Dinge belasten viel. Kennst du das auch, wie frei man sich fühlt, wenn zwei Kleidersäcke wieder ausgemistet wurden? Ich habe soviel Mist in meinen Regalen und Schränken, die einen nichts geben und nur belasten. Es gibt sogar einen Song von Silbermond darüber. 🙂
  • Sich selbst lieben: bedeutet nichts anderes als mit sich selbst zu frieden zu sein. Hui. Ich mache jeden Tag noch mächtig Fehler, so das es noch etwas braucht auch damit zu frieden zu sein. Aber ich mag mich. Ich bin nicht so schlimm, wie ich immer dachte. Trotz meiner schlechten Kommunikation, den Falten und grauen Haaren, dem schlechten Hören und meinem Bauch. Ich liebe mich und kann auch deswegen andere lieben. Egal was andere denken oder sagen.

Gibt es noch mehr Regeln? Ja! Bestimmt. Derzeit bin ich aber hier.

Es gibt einen Dämon in mir, der mich schlimme Dinge tuen und sagen lässt. Meine meine Freundin, mein Sohn und alle anderen müssen dies aushalten. Ich schäme mich dafür und übe mich darin, diese Regel einzuhalten. Jeden Tag. Jeden Tag.

 

Smirc

 

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