Wissen im Kopf

Beim letztem Spaziergang mit dem Sohnkind, haben wir ein (für mich) interessantes Thema besprochen. Wir haben über Wissen der Menschheit, die Aufnahme von Wissen und der Halbwertzeit von Wissen philosophiert und dabei habe ich einen riesigen Fehler gemacht.

Angefangen hat es mit dem Thema wie Wissen aufgenommen wird. Wir wissen ja, das Wissen, das nur verbal geäußert wird, bei uns im Hirn manchmal nicht wirklich gut ankommt. Das kann a. am Sender liegen (zu kompliziert erklärt, genuschelt oder gar in einer Fremdsprache gesprochen) und b. beim Empfänger (Aufnahmebereitschaft (gewollt oder gekonnt), interner Filter, abgelenkt, müde, und und und). Wenn wir in der Firma Webinare durchführen, dann gehen wir davon aus, dass 50% des gezeigtem im Schnitt bei allen wieder vergessen wird. Oder es sind die übliche 80/20?  Wollen wir auch gar nicht. Unsere Webinare sollen Interesse zu einem Thema wecken, damit der Zuhörer unser Produkt kauf……okay, das ist eine andere Story.

Aber mal angenommen, das aus unterschiedlichen Gründen das vermittelte nur 50% hängen bleibt, so gibt es immer noch die Halbwertszeit von Wissen. Wie bei Radioaktivität (daher kannte ich den Begriff), gibt es auch Halbwertszeiten von zum Beispiel Vitaminen in einem Obstsalat (ich glaube es waren eine Stunde), sowie auch für Wissen (ob es dazu Wissenschaftlich befundete Artikel gibt…?). Bei Wissen kann ich nicht sagen, wie lang die ist, aber ich glaube wir werden alle zustimmen. das eine Menge Wissen, die wir aufnehmen, nach einer gewissen Zeit sich halbiert hat und eventuell die gleiche Zeit sich dieses Wissen erneut halbiert hat. Die Halbwertszeit also.

Also warum überhaupt irgend jemanden zuhören? Wenn wir schon zuhören und auch zuhören wollen, filtern wir trotzdem (durch Erfahrung und Training) die Hälfte raus, damit es überhaupt in unsere Birne passt. Ich weiche vom Thema ab. Der eigentliche Punkt war, meinem Sohnekind begreiflich zu machen, das durch unsere Spezialisierung in der Gesellschaft, es heute nicht mehr möglich ist, das ein Mensch das Wissen aller Berufes der Erde lernen kann.

Dazu ein Beispiel: vor 20.000 Jahren hat der dickfüßige Mensch das Wissen über Früchte und Gemüse gehabt die er essen konnte ohne mit einer Vergiftung zukend auf dem Boden zu landen, dem Verhalten von Tieren bevor sie einem beißen, die einfachen Naturgesetze das Regen nass ist und die Sonne hell, er konnte Waffen bauen und sich bei besagtem Regen sich in seine Höhle zurückziehen. Das Wissen dieser damaligen Vorfahren passte wohl in ein handliches Taschenbuch. 10.000 Jahre später, wir bauten schon Brücken, Häuser, Tempel und konnten uns mit fantastischem Kriegsgerät uns die Schädel weich kloppen, füllte das Wissen wohl mehr als eine Schrankwand an Büchern. Aber, es währe wohl noch möglich gewesen, das ein Mensch all diese Bücher lesen und somit lernen konnte.

Geht das heute auch noch? Nein, natürlich nicht. Schon in einem Beruf und seinen vielen Verzweigungen und Spezialisierungen, gibt es heute so viel Wissen, das einer Person schwerr fällt nur in diesem Gebiet alles zu erfassen. Genau so Lehrer. Ein Lehrer kann nicht alles Wissen in allen Themen erlernen, so das es mehrere Lehrer für eine Klasse gibt (wer kann meinen Fehler erahnen?). Ein Lehrer für Mathe, einer für Deutsch, für Englisch und so weiter und so weiter. Wenn also für das Wissen in einem Fachgebiet ein Spezialist benötigt wird und es mehrere Fächer und somit auch viele Spezialisten gibt, die dieses Wissen nur besitzen können, warum glauben wir, das ein Schüler dieses Wissen, das von Spezialisten gelernt wurde, auch alles aufnehmen kann? Glauben wir wirklich das Wissen aus ~10 Fächern in eine Person bündeln zu können und dieses Wissen nach 10 Jahren auch nur ansatzweise noch gespeichert wurde?

Ich glaube mein Sohnemann hatte nach dem Gespräch seine eigene Meinung dazu.

 

Smirc

 

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